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Buchrezension: Das Wörterbuch der Liebenden von David Levithan

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Von A wie atemberaubend bis Z wie Zenit – was liegt näher, als die Liebe enzyklopädisch zu erzählen? Diese poetische Manhattan-Love-Story in ungewöhnlicher, verspielter Form ist ein Herzensbuch für jeden, der verliebt ist oder sich verlieben möchte. Übersetzt von Andreas Steinhöfel.

Ich habe dieses Buch auf einem Grabbeltisch im Supermarkt entdeckt und es war die Idee, einen Roman in Form eines Wörterbuchs zu schreiben, die mich fasziniert hat. Das Taschenbuch ist mit seinen 211 Seiten recht kurz, vor allem da bei der Formatierung viel auf den Seiten frei geblieben ist. Ich habe das Buch in einem durchgelesen, was allerdings nicht (nur) an der Kürze lag. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, dachte ich an eine kitschig-schöne Geschichte, aber ich habe die Geschichte eher melancholisch empfunden. Ein schönes Beispiel ist der Buchstabe O:

O

obstinate, adj. hartnäckig, halsstarrig, Adj.

Manchmal wird es zum Wettbewerb: Wer ist dickköpfiger, die Liebe oder die beiden Streitenden, die darin gefangen sind?

Man lernt die Protagonisten im Wörterbuch der Liebenden anders kennen, als man es gewohnt ist. Auf den ersten Blick oberflächlicher, aber ich habe mich und meine Beziehungen in vielen der “Definitionen” wieder gefunden und das hat bei mir eine Identifikation mit dem Buch hervorgerufen, die manche auch mit ausführlichen Charakterdarstellungen nicht erreichen. Ohne zu viel preis zu geben kann ich sagen, dass das Buch Spaß gemacht hat und zum Denken angeregt hat. Lest es aber vielleicht eher nicht, wenn euch der Sinn nach einer leichten Liebesgeschichte steht.

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Buchrezension: Wovon wir träumten von Julie Otsuka

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»Auf dem Schiff waren die meisten von uns Jungfrauen.« So beginnt die berührende Geschichte einer Gruppe junger Frauen, die Anfang des 20. Jahrhunderts als picture brides von Japan nach Kalifornien reisen, um japanische Einwanderer zu heiraten. Bis zu ihrer Ankunft kennen die Frauen ihre zukünftigen Männer nur von den strahlenden Fotos der Heiratsvermittler, und auch sonst haben sie äußerst vage Vorstellungen von Amerika, was auf der Schiffsüberfahrt zu wilden Spekulationen führt: Sind die Amerikaner wirklich behaart wie Tiere und zwei Köpfe größer? Was passiert in der Hochzeitsnacht? Wartet jenseits des Ozeans die große Liebe? Aus ungewöhnlicher, eindringlicher Wir-Perspektive schildert der Roman die unterschiedlichen Schicksale der Frauen: wie sie in San Francisco ankommen (und in vielen Fällen die Männer von den Fotos nicht wiedererkennen), wie sie ihre ersten Nächte als junge Ehefrauen erleben, Knochenarbeit leisten auf den Feldern oder in den Haushalten weißer Frauen (und von deren Ehemännern verführt werden), wie sie mit der fremden Sprache und Kultur ringen, Kinder zur Welt bringen (die später ihre Herkunft verleugnen) – und wie sie nach Pearl Harbor erneut zu Außenseitern werden.

Amy Tan hat mehrere Bücher aus der Sicht chinesischer Einwanderer in Amerika geschrieben und die Einblicke waren für mich so faszinierend und interessant, dass ich jetzt bei Büchern, die derlei kulturelle Einblicke geben, direkt aufmerksam werde. Entgegen meiner Erwartung unterscheidet sich dieses Buch stark von Amy Tans Büchern; es vermittelt eine ganz andere Art Einblick.

Julie Otsuka hat ein sehr ungewöhnliches Buch geschrieben. Es gibt weder einen greifbaren Protagonisten, noch ist das Buch objektiv wie ein Geschichtsbuch geschrieben; viel mehr schafft sie durch die Wir-Perspektive dass man sich fühlt, als habe man die beschriebene Zeit mehr als nur einmal erlebt. Das klingt dann zum Beispiel so:

Wir gebaren elf Kinder in fünfzehn Jahren, aber nur sieben überlebten. Wir gebaren sechs Jungen und drei Mädchen, bevor wir dreißig waren, und dann, eines Abends, schoben wir unsere Männer von uns herunter und sagten leise: “Es reicht.” Neun Monate später gebaren wir Sueko, deren Name “Letztes” bedeutet. “Oh noch eins!”, sagte unser Mann. Wir gebaren fünf Mädchen und fünf Jungen in regelmäßigen Abständen von achtzehn Monaten, und fünf Jahre später gebaren wir Toichi, dessen Name “elf” bedeutet. Er ist das Schlusslicht. Wir gebaren, obwohl wir kaltes Wasser auf unsere Bäuche gegossen hatten und viele Male von der Veranda gehüpft waren. Ich konnte es nicht abschütteln.

Der Stil ist repetitiv, aber gerade diese Passagen führen dazu, dass man sich fühlt, als könne man die Geschichte durch ganz unterschiedliche Augen miterleben.

Alles in allem ist es ein sehr gut zu lesendes Buch (ich habe es verschlungen), welches auf unglaublich ungewöhnliche Weise Einblicke gewährt und Informationen liefert. Ich kann euch das Buch wirklich nur ans Herz legen. Ich habe noch nie zuvor ein vergleichbares Buch gelesen und mich nach dem Lesen bereichert gefühlt.

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(Hör-)Buchrezension: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson

Ich habe mal wieder ein Hörbuch geschafft. Dieses mal ging es für über 7 Stunden Hörzeit richtig schnell, aber das lag zum Großteil am spannenden Buch! Hier aber erstmal der Link zum Hörbuch auf Amazon und die Inhaltsbeschreibung:

Allan Karlsson hat Geburtstag. Er wird 100 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern. Doch während sich der Bürgermeister und die lokale Presse auf das große Spektakel vorbereiten, hat der Hundertjährige ganz andere Pläne: er verschwindet einfach – und schon bald steht ganz Schweden wegen seiner Flucht auf dem Kopf. Doch mit solchen Dingen hat Allan seine Erfahrung, er hat schließlich in jungen Jahren die ganze Welt durcheinander gebracht.
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(Hör-)Buchrezension: Valerias letztes Gefecht von Marc Fitten

Ich glaube von diesem Buch habe ich in der Zeit gelesen und mir gedacht, dass es sich ganz interessant anhört. Ich habe es im Rahmen meines Audible Abos bestellt und bin gestern endlich dazu gekommen, es zu ende zu hören. Es hat sich ein bisschen hingezogen, aber dazu später mehr. Erstmal der Klappentext.

Per Klick geht’s zum Hörbuch auf amazon.de

Valeria ist nicht mehr jung und hat dezidierte Anschauungen über die Menschen und das Leben. Das Gemüse auf dem Markt ist nicht knackig genug, die Bauern, die um Ibolya in ihrer immer geöffneten Kneipe herumscharwenzeln, sind so nichtsnutzig wie die Christdemokraten, die protzigen Kapitalisten und dieser linke Schimpanse von einem Bürgermeister mit seiner langbeinigen, kapriziösen Frau. Alle sind sie stillos. So wie Menschen, die pfeifen. Valeria würde niemals pfeifen. Doch als sie sich in den Töpfer des kleinen ungarischen Dorfs verliebt, gerät alles durcheinander. Das eigene und das Leben der anderen. Anrührend, lebensverliebt, ungewöhnlich.

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(Hör-)Buchrezension: Schnelles Denken, langsames Denken von Daniel Kahneman

Um dieses Buch bin ich schon seit längerem herum getigert, aber habe es mir dann doch nie gekauft. Als ich aber mein Audible-Abo abgeschlossen hatte stand für mich fest, dass ich dieses Buch im Rahmen des Abos auf jeden Fall hören muss. Den letzten Monat habe ich dann im Grunde nur dieses Buch gehört, denn mit knapp 21 Stunden Hörzeit ist es nicht gerade schnell geschafft. Hier erstmal Cover und Klappentext, dann geht’s an den Inhalt.

Cover bei Amazon

Wie treffen wir unsere Entscheidungen? Warum ist Zögern ein überlebensnotwendiger Reflex, und was passiert in unserem Gehirn, wenn wir andere Menschen oder Dinge beurteilen? Daniel Kahneman, Nobelpreisträger und einer der einflussreichsten Wissenschaftler unserer Zeit, zeigt anhand ebenso nachvollziehbarer wie verblüffender Beispiele, welchen mentalen Mustern wir folgen und wie wir uns gegen verhängnisvolle Fehlentscheidungen wappnen können.

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Du bist der Schwächste, du fliegst!

Wie viele von euch wissen, lege ich diesen Monat eine Konsumpause ein. Bisher läuft alles nach Plan und ich bin noch nicht schwach geworden, auch wenn mir auffällt, dass ich zur Zeit mehr für Nahrungsmittel und Genussmittel ausgebe, als sonst. Wahrscheinlich ein unterbewusster coping-Mechanismus, damit ich damit ich mit dem fehlenden Konsum fertig werde. Finde ich schon bedenklich, ich hätte nicht gedacht, dass so etwas passieren würde. Jetzt wo ich es festgestellt habe, kann ich ja für den Rest der Zeit immerhin stärker darauf achten, denn in einem anderen Bereich mehr ausgeben ist natürlich nicht Ziel der Sache.

Jetzt zur Halbzeit (noch 2 Wochen!) habe ich mich endlich dazu aufgerafft, mein Hab und Gut ein bisschen unter die Lupe zu nehmen.

Vorgestern habe ich damit begonnen, meine Hörbücher auszusortieren. Ich konnte von 46 auf 4 Hörbücher reduzieren. Weil die, von denen ich beschlossen habe, dass ich sie nicht mehr brauche, aber noch in guten Zustand sind, möchte ich sie bei Ebay versteigern. Wer von euch Interesse an Hörbüchern hat, kann ja mal auf meiner Ebayseite reinschauen. Ich habe hauptsächlich Krimis und Thriller, aber auch ein paar Romane und Hörspiele, zum Beispiel von den drei Fragezeichen zu versteigern. (Klick auf’s Bild bringt euch zur Auktion)

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(Hör-)Buchrezension: Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón

Eigentlich tendiere ich eher dazu, Thriller oder Krimis zu lesen. Warum genau mich dieses Drama angesprochen hat, kann ich heute selbst nicht mehr sagen. Ich weiß leider auch nicht, wo ich das Hörbuch gekauft habe, noch wie teuer es war. Das einzige was ich euch dazu sagen kann ist, dass ich das gekürzte Hörbuch mit 7 CDs und einer Gesamtlaufzeit von ungefähr 570 Minuten habe, nicht die kurze 2-CD-Version, die ich unter anderem bei Amazon entdeckt habe. Hier erstmal die Beschriftung des Hörbuchs für euch.

Inhalt: Auf der Suche nach Julian Carax, dem geheimnisumwitterten Autor, verlieren sich die Schritte Daniel Sempres in den verwunschenen Straßen und Gassen des Barcelona der 1950-er Jahre. Dabei entdeckt Daniel Geheimnisse, die ihn sein Leben lang begleiten und schließlich zu einer tödlichen Bedrohung werden.

Der Autor: “Der Schatten des Windes” Begründete den Weltruhm des spanischen Autors Carlos Ruiz Zafón. Im Rahmen der ZDF-Serie “Unsere Besten” wurde der Roman 2004 auf Platz 16 der Lieblingsbücher der Deutschen gewählt. Zafóns Romane sind regelmäßig in den Bestsellerlisten vertreten. Seine Bücher wurden in über 40 Sprachen übersetzt.

Der Sprecher: Andreas Pietschmann studierte an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum. Neben seiner Theatertätigkeit spielt er auch in Film und Fernsehen und wirkte in verschiedenen Rundfunkproduktionen mit.

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