Yoga

Meinen ersten Yogakurs habe ich mit 15 Jahren in der Volkhochschule meiner kleinen Heimatstadt gemacht. Und es war leider genau so, wie man sich einen Yogakurs in einer Kleinstadt vorstellt. Sehr entspannend (oder einschläfernd?), aber nicht wirklich sportlich ambitioniert. Ich muss dazu sagen, dass ich den Altersdurchschnitt dramatisch gesenkt habe und die Kursleiterin natürlich die Mehrheit ansprechen musste. Nach dem Kurs war mir die Lust auf Yoga erstmal vergangen und ich habe es – unfaiererweise – als “Omasport” abgetan.

Mitte letzten Jahres habe ich dann mit zwei Arbeitskollegen noch einen Versuch gestartet, und einen Kurs aus dem Angebot der Uni ausprobiert, um der Alltagssteifigkeit zu entkommen. Ich bin absolut erwartungslos zur ersten Stunde gekommen, und mit deutlich gerötetem Gesicht und Lust auf mehr wieder gegangen! Unsere Lehrerin (übrigens eine junge, sehr fitte Inderin) hat in Indien gelernt und unterrichtet einen modernen Hatha-Yogastil, den sie selbst als Vinyasa-Flow oder Power Yoga bezeichnet. Ich bin jedenfalls dabei geblieben und mache inzwischen auch Zuhause Yoga, denn mit nur einer Unterrichtseinheit in der Woche lassen die Fortschritte recht lange auf sich warten.

Meine Lehrerin hat mir die alten Videos von Bryan Kest, der das Power-Yoga erfunden hat, empfohlen. Ich gebe zu, es sieht aus als würde Tarzan Athleten in Unterwäsche Yogaunterricht geben, aber der Unterricht an sich gefällt mir sehr gut: die Sessions sind nicht zu kurz und die einzelnen Positionen werden im Verhältnis zu anderen Videos, relativ lange gehalten. Außerdem gibt einem Bryan Kest verbale Hilfestellung zur Atmung, die bei anderen schon mal vernachlässigt wird. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich von Video zu Video.

Zusätzlich trainiere ich gerne mit den Videos von Tim Senesi. Seine Videos sind (bisher) weniger lang, und er verweilt nicht ganz so lange in den einzelnen Posen, aber sein Stil gefällt mir sehr gut. Ich finde er zeigt ein ruhiges und zugleich dynamisches Yoga. Abgesehen davon bin ich immer für Abwechslung beim Sport zu haben! Hier mal ein Beispielvideo von ihm, mit dem ich schon öfter trainiert habe.

Trotz der Videos besuche ich weiterhin meinen Kurs, denn ich finde gerade beim Yoga, wo Haltung und Atmung so eine große Rolle spielen, persönliche Hilfestellungen besonders wichtig. Oft dachte ich, ich mache alles richtig, und dann zieht meine Lehrerin ganz leicht an meiner Hüfte, drückt sanft an der Schulter oder verändert die Position meiner Füße etwas, und die Übung fühlt sich plötzlich ganz anders oder viel intensiver an.

Inzwischen habe ich schon einiges an Flexibilität dazu gewonnen und habe außerdem das Gefühl, dass meine Haltung besser geworden ist (hoffentlich ist es nicht nur Einbildung!). Meinen Freund habe ich angesteckt und muss auch Zuhause nicht mehr allein üben. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ich jemals die Lust am Yoga verliere (möglicherweise weil ich noch so Raum für Verbesserung habe!?) und bin sehr froh, dass ich Yoga noch eine Chance gegeben habe! An Empfehlungen mit guten Yogavideos hätte ich übrigens großes Interesse (hint, hint…).

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