Month: May 2014

Yoga

Meinen ersten Yogakurs habe ich mit 15 Jahren in der Volkhochschule meiner kleinen Heimatstadt gemacht. Und es war leider genau so, wie man sich einen Yogakurs in einer Kleinstadt vorstellt. Sehr entspannend (oder einschläfernd?), aber nicht wirklich sportlich ambitioniert. Ich muss dazu sagen, dass ich den Altersdurchschnitt dramatisch gesenkt habe und die Kursleiterin natürlich die Mehrheit ansprechen musste. Nach dem Kurs war mir die Lust auf Yoga erstmal vergangen und ich habe es – unfaiererweise – als “Omasport” abgetan.

Mitte letzten Jahres habe ich dann mit zwei Arbeitskollegen noch einen Versuch gestartet, und einen Kurs aus dem Angebot der Uni ausprobiert, um der Alltagssteifigkeit zu entkommen. Ich bin absolut erwartungslos zur ersten Stunde gekommen, und mit deutlich gerötetem Gesicht und Lust auf mehr wieder gegangen! Unsere Lehrerin (übrigens eine junge, sehr fitte Inderin) hat in Indien gelernt und unterrichtet einen modernen Hatha-Yogastil, den sie selbst als Vinyasa-Flow oder Power Yoga bezeichnet. Ich bin jedenfalls dabei geblieben und mache inzwischen auch Zuhause Yoga, denn mit nur einer Unterrichtseinheit in der Woche lassen die Fortschritte recht lange auf sich warten.

Meine Lehrerin hat mir die alten Videos von Bryan Kest, der das Power-Yoga erfunden hat, empfohlen. Ich gebe zu, es sieht aus als würde Tarzan Athleten in Unterwäsche Yogaunterricht geben, aber der Unterricht an sich gefällt mir sehr gut: die Sessions sind nicht zu kurz und die einzelnen Positionen werden im Verhältnis zu anderen Videos, relativ lange gehalten. Außerdem gibt einem Bryan Kest verbale Hilfestellung zur Atmung, die bei anderen schon mal vernachlässigt wird. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich von Video zu Video.

Zusätzlich trainiere ich gerne mit den Videos von Tim Senesi. Seine Videos sind (bisher) weniger lang, und er verweilt nicht ganz so lange in den einzelnen Posen, aber sein Stil gefällt mir sehr gut. Ich finde er zeigt ein ruhiges und zugleich dynamisches Yoga. Abgesehen davon bin ich immer für Abwechslung beim Sport zu haben! Hier mal ein Beispielvideo von ihm, mit dem ich schon öfter trainiert habe.

Trotz der Videos besuche ich weiterhin meinen Kurs, denn ich finde gerade beim Yoga, wo Haltung und Atmung so eine große Rolle spielen, persönliche Hilfestellungen besonders wichtig. Oft dachte ich, ich mache alles richtig, und dann zieht meine Lehrerin ganz leicht an meiner Hüfte, drückt sanft an der Schulter oder verändert die Position meiner Füße etwas, und die Übung fühlt sich plötzlich ganz anders oder viel intensiver an.

Inzwischen habe ich schon einiges an Flexibilität dazu gewonnen und habe außerdem das Gefühl, dass meine Haltung besser geworden ist (hoffentlich ist es nicht nur Einbildung!). Meinen Freund habe ich angesteckt und muss auch Zuhause nicht mehr allein üben. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ich jemals die Lust am Yoga verliere (möglicherweise weil ich noch so Raum für Verbesserung habe!?) und bin sehr froh, dass ich Yoga noch eine Chance gegeben habe! An Empfehlungen mit guten Yogavideos hätte ich übrigens großes Interesse (hint, hint…).

MyDressing

Nein, es geht nicht um Salat, sondern um Klamotten. Ich bin seit Jahren fasziniert von der Idee eine App zu haben, die mir dabei hilft, Schrankleichen zu reduzieren und Outfits im Voraus zu planen. Ich bin der Planer schlechthin (an dieser Stelle Grüße an alle, die ich im Alltag damit nerve!) und habe mir sogar schon mit selbst beschriebenen Karteikarten geholfen, lange bevor es Tablets gab. Inzwischen gibt es einige Apps genau zu diesem Zweck, aber MyDressing ist die Erste, die ich wirklich gut finde und die ich regelmäßig benutze.

Für alle, die keine Ahnung haben, wovon ich rede: man macht Fotos von allen seinen Kleidungsstücken und ordnet sie Kategorien zu. Dann kann man damit Outfits planen, diese wiederum Kategorien zuordnen und abspeichern. Hier mal das Video zu besagter App, damit man eine bessere Vorstellung hat.

 Diese App vereint alles, was ich in einer solchen App je gesucht habe (und glaubt mir, ich HABE schon viel gesucht! Ich weiß, freaky…). Zuerst muss gesagt werden, dass sie auf meinem Samsung Galaxy Note 10.1 sehr stabil und schnell läuft, denn das ist lange nicht bei allen Apps gegeben.

Ein weiterer Vorteil ist, dass sie relativ simpel aufgebaut ist und nicht zu viele Optionen hat. Man kann zu jedem Kleidungsstück die Marke, den Preis, die Größe, das Kaufjahr und Notizen, speichern. Ich habe schon Apps gesehen, in denen man pro Kleidungsstück zehn Infofelder ausfüllen sollte (ain’t nobody got time for that!). Durch diese einfache Aufmachung und die zeitgemäßen Schriftarten sieht die App außerdem chic aus. Das ist zwar nicht essentiell, aber es sorgt dafür, dass ich sie lieber und öfter benutze.

Die Bilder der Klamotten kann man entweder von dem Gerät (aus Galerie, Dropbox, etc…) importieren, oder ein Foto mit der Gerätekamera machen. Dann schneidet man das Kleidungsstück grob mit dem Finger aus. Das ist einfach, dauert nicht lange und hinterlässt einen gestrichelten weißen Rand an der Schnittkante, der aussieht wie gestickt (Handarbeitsfreunde, represent!). Diese Methode funktioniert um Längen besser, als das “automatische Ausschneiden”, was ich in anderen Apps gesehen habe. Das “automatische Ausschneiden” beruht auf Kontrast, und seinen wir mal ehrlich, wer hat zuhause einen so glatten, gleichmäßigen Hintergrund, dass das einwandfrei klappt? Für gewöhnlich resultiert die Technik in transparenten Flecken im Kleidungsstück, und das kann ja keiner wollen.

Die App ist übrigens kostenlos im Playstore zu haben.

Für spontane, stylische Menschen ist das vermutlich überflüssig, aber ich habe wahre Freunde daran zu sehen, was ich gut kombinieren kann (kann ich sonst nämlich nicht wirklich gut *hust*). Bisher hat mir das nicht nur im Alltag morgens wertvolle Minuten eingespart, sondern auch das Packen für Kurztrip und Urlaub sehr erleichtert.