(Hör-)Buchrezension: Valerias letztes Gefecht von Marc Fitten

Ich glaube von diesem Buch habe ich in der Zeit gelesen und mir gedacht, dass es sich ganz interessant anhört. Ich habe es im Rahmen meines Audible Abos bestellt und bin gestern endlich dazu gekommen, es zu ende zu hören. Es hat sich ein bisschen hingezogen, aber dazu später mehr. Erstmal der Klappentext.

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Valeria ist nicht mehr jung und hat dezidierte Anschauungen über die Menschen und das Leben. Das Gemüse auf dem Markt ist nicht knackig genug, die Bauern, die um Ibolya in ihrer immer geöffneten Kneipe herumscharwenzeln, sind so nichtsnutzig wie die Christdemokraten, die protzigen Kapitalisten und dieser linke Schimpanse von einem Bürgermeister mit seiner langbeinigen, kapriziösen Frau. Alle sind sie stillos. So wie Menschen, die pfeifen. Valeria würde niemals pfeifen. Doch als sie sich in den Töpfer des kleinen ungarischen Dorfs verliebt, gerät alles durcheinander. Das eigene und das Leben der anderen. Anrührend, lebensverliebt, ungewöhnlich.

Ich habe nicht besonders viel von dem Buch erwartet, nur ein wenig lustig leichte Unterhaltung nach dem tiefgreifenden Buch von Daniel Kahneman. Ich wurde insofern nicht enttäuscht, als dass das Buch leichte Kost war; unterhaltsam war es für mich leider eher weniger. Valeria, die Protagonistin, ist sympathisch, wenngleich sie etwas “eigen” daher kommt (oder gerade deshalb). Die Geschichte kommt langsam in Gang und man erfährt viel über den Alltag im Dorf und die alte Jungfer Valeria selbst. Die Liebesgeschichte um sie und den Töpfer ist ganz nett, aber nichts besonderes. Die Art, in der der gesamte Roman erzählt wird ist interessant, weil sie sehr “dörfisch” ist und einen gewissen Witz erkennen lässt, durch den man sich ganz gut in die Geschichte einfinden kann. Leider hatte ich während des Lesens aber das Gefühl, dass eine Kurzgeschichte zu einem Roman aufgeblasen wurde.  Für eine Kurzgeschichte wäre die Idee und auch der Stil gut gewesen, aber auf Romanlänge gezogen, ergeben sich zu lange Durststrecken. Ich musste mich immer wieder durchringen, weiter zu hören. Das Ende war nicht wirklich eine Überraschung und ich war ehrlich gesagt relativ froh, als es vorbei war. Den Sprechstil von Dietmar Mues fand ich übrigens ganz passend, auch wenn er mir manchmal den Anschein gemacht hat, er fühle sich in der Rolle “zu wohl”.

Sieht aus, als könnte man nicht immer mit seiner Buchauswahl zufrieden sein. Mit diesem Hörbuch bin ich es jedenfalls nicht. Die Idee und der Stil passen zusammen, nur war mir das Buch erheblich zu lang gezogen und es hat mich zwischendrin sehr gelangweilt. Für die nette Parabel, die es ist, ist sie zu langatmig. Für Fans von Folklore, des Dorflebens und langsam dahinplätschernder Geschichten ist das Buch vielleicht trotzdem einen Blick wert.

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