(Hör-)Buchrezension: Schnelles Denken, langsames Denken von Daniel Kahneman

Um dieses Buch bin ich schon seit längerem herum getigert, aber habe es mir dann doch nie gekauft. Als ich aber mein Audible-Abo abgeschlossen hatte stand für mich fest, dass ich dieses Buch im Rahmen des Abos auf jeden Fall hören muss. Den letzten Monat habe ich dann im Grunde nur dieses Buch gehört, denn mit knapp 21 Stunden Hörzeit ist es nicht gerade schnell geschafft. Hier erstmal Cover und Klappentext, dann geht’s an den Inhalt.

Cover bei Amazon

Wie treffen wir unsere Entscheidungen? Warum ist Zögern ein überlebensnotwendiger Reflex, und was passiert in unserem Gehirn, wenn wir andere Menschen oder Dinge beurteilen? Daniel Kahneman, Nobelpreisträger und einer der einflussreichsten Wissenschaftler unserer Zeit, zeigt anhand ebenso nachvollziehbarer wie verblüffender Beispiele, welchen mentalen Mustern wir folgen und wie wir uns gegen verhängnisvolle Fehlentscheidungen wappnen können.

Geldhändler, die ganze Bankenimperien ruinieren; Finanzmärkte, die außer Rand und Band sind; Kleinanleger, die ihr Erspartes in Aktien anlegen, ohne je den Wirtschaftsteil einer Zeitung gelesen zu haben: Wer in diesen Zeiten noch an den Homo oeconomicus als rational agierendes Wesen glaubt, dem ist nicht zu helfen. Daniel Kahneman liefert eine völlig andere Sichtweise, die nah am wirklichen menschlichen Verhalten orientiert ist und die Wirtschaftsakteure nicht als berechenbare Roboter betrachtet. Sein Fazit: Wir werden niemals immer und überall optimal handeln, wichtige Entscheidungen bleiben unsicher und fehleranfällig. Doch gibt es viele alltägliche Situationen, in denen wir die Qualität und die Folgen unseres Urteils entscheidend verbessern können. Ein Buch, das unser Denken verändern wird.

Hört sich trocken an? Das täuscht! Klar, ganz kommt man um die theoretischen Grundlagen und Erklärungen für die Phänomene der Entscheidungsfindung nicht herum, aber wenn man sie erst an einem interessanten Beispiel vorgeführt bekommen hat, weckt das schon das Interesse am Hintergrund. Und Beispiele, die man auf Alltagssituationen und sich selbst beziehen kann, gibt es in diesem Buch wahrlich zuhauf. Im ersten Moment habe ich mich  außerdem gefragt, ob das Thema genug her gibt, um 21 Stunden (ohne zu schwafeln) darüber zu sprechen, aber es stellte sich für mich heraus, dass das Thema der Entscheidungsfindung viel weiter gefächert ist, als ich anfangs geglaubt hatte.

Ich konnte durch das Buch mehr über mich lernen, als ich erwartet hatte und glaube, dass ich jetzt Entscheidungen besser treffen kann, oder zumindest Entscheidungen anderer objektiver beurteilen kann. In vielen Fällen ist man sich der Fehlschlüsse die man selbst macht nicht im Klaren, auch das ist mir durch das Buch bewusster geworden. Ganz abgesehen vom Lerneffekt finde ich schön, dass Kahneman einen an dem Erkenntnisweg teilhaben lässt und auch erklärt, wie er und sein ehemaliger Kollege Amos Tversky auf die Ideen zu bestimmten Experimenten gekommen sind. Diese erzählenden Einlagen, die einem während der Lektüre immer mal wieder begegnen, waren für mich eine willkommene Abwechslung und lockern den Erzählfluss merklich auf. Überhaupt gefällt mir, dass er durch diese Art, die Geschehnisse darzulegen, nicht wie der allwissende Forscher wirkt, der einen belehren will, sondern menschlich und sympathisch.

Einziges Manko ist, dass ich es als Hörbuch gehört habe. Zum einen ist der Vorleser für meinen Geschmack zu monoton und nicht sympathisch, zum anderen ist es nicht gerade leichte Kost und besonders bei Beispielen mit Zahlen, bei denen man sich als Zuhörer etwas vorstellen soll, fällt das Verständnis schwer. Aus dem Grund denke ich, dass ich mir das Buch jetzt doch noch kaufen werde, einfach um das Wissen zum Nachschlagen da zu haben und um einige Beispiele in meinem eigenen Tempo nachvollziehen zu können.

Zusammenfassend kann ich das Buch jedem nur ans Herz legen, der seine eigenen Entscheidungen und die aller anderen besser verstehen will. Man lernt in dem Buch enorm viel, ohne dabei das Gefühl zu bekommen, belehrt  zu werden. Das Buch ist zwar anspruchsvoll, aber ich finde, dass jeder noch so komplizierte Sachverhalt von Kahneman durch anschauliche Beispiele verständlich beschrieben wird und man sich nicht überfordert fühlt mit der Komplexität der Materie. Und falls ihr überlegt, ob ihr das Werk als Buch oder Hörbuch kaufen sollt, würde ich euch das Buch ans Herz legen.

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2 comments

  1. Ich glaube auch, dass man so was besser liest. Danke für die Vorstellung, da wäre ich wohl selbst nicht drauf gekommen. Muss mal schauen, ob ich das in der Stadtbibliothek bekomme!

    1. Ja, definitiv. Gerne! :-) Ich hoffe dir gefällt es auch so! Man kann sich das Buch übrigens auch toll aufteilen, weil es gut strukturiert ist und am Ende immer noch einmal Zusammenfassungen sind.

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