Japans Norden – Sapporo

Endlich bin ich dazu gekommen, zumindest den ersten Teil der Videos zu verarbeiten und ein kleines Reisevideo für euch zusammen zu stellen. Außerdem gibt es die Fotos zum Aufenthalt in Sapporo.

Das Video fasst die knappe erste Woche unseres Japanurlaubs zusammen. Für alle die ihn noch nicht gesehen haben: Der Herr in dem Video ist mein Freund T.

Am Flughafen in Frankfurt

OLYMPUS DIGITAL CAMERAErstes Abendessen

OLYMPUS DIGITAL CAMERABei Nacht

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIn der Keksfabrik

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIn Japan haben selbst Hunde künstliche Wimpern (hoffentlich nur dank Photoshop…)

OLYMPUS DIGITAL CAMERANorbesa Entertainment Center

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuf dem Mount Moiwa

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERAGroße Stadt ganz klein

OLYMPUS DIGITAL CAMERAVideobearbeitung ist noch ganz neu für mich, deshalb ist das erste Video nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Vorenthalten will ich es euch aber trotzdem nicht. Wer kann sollte die Qualität hoch stellen. So, hier jetzt aber das Video:

 

Das Schlusswort im Video hat Thorge (so früh am morgen mehr oder weniger gut) gegeben, deshalb wollte ich euch auch noch ein paar meiner Eindrücke von Sapporo schreiben. Das könnte etwas detailliert werden, wer also mit dem Video schon meint, genug von Sapporo gelesen zu haben, sollte den Rest vielleicht nicht lesen ;).

 

Also, was ist mir persönlich aufgefallen? Ich versuche das mal in der Reihenfolge wieder zu geben, wie es mir in Sapporo aufgefallen ist.

In Sapporo sprechen viele fast kein Englisch, oder trauen es sich zumindest nicht. Man kommt auch ohne klar, aber mit Japanisch ist man ganz eindeutig im Vorteil, wenn man mit Leuten in Kontakt kommen möchte.

Die Ticketautomaten sind viel moderner und (das ist das verrückteste) leichter zu verstehen als bei uns. Es gibt Schranken am Eingang und Ausgang jeder Bahnstation, in die man sein Ticket gibt und welches die Info darauf speichert. Die Karte kommt in einem Mordstempo auf der anderen Seite wieder raus. Man muss das Ticket aufbewahren während der Fahrt, sonst kommt man am Zielbahnhof nicht mehr aus der Station (ja, das mussten wir erst lernen ;)). Da wird es dann eingezogen und kommt nicht mehr heraus. Das System ist klasse, denn so gibt so braucht es keine Schaffner – es kommen ja eh nur Leute mit Ticket rein, und die Tickets fliegen nicht in der Gegend rum weil sie einbehalten werden. Am Bahngleis gibt es (zumindest in Sapporo) überall eine Schutzmauer am Gleis mit Toren. Der Zug kann so irre schnell einfahren, ohne dass jemandem etwas passieren kann. Die Züge halten immer genau gleich und man stellt sich sich vor den Toren in Zweierreihen außen auf, damit die Aussteigenden mit viel Platz erstmal aus dem Zug raus kommen. In den Zügen ist es still. Herrlich still. Keiner hört zu laut Musik über seine Kopfhörer oder gar ohne, keiner redet laut. Es kommt einem als Europäer erstmal vor wie eine seltsame Zwischenwelt, so ungewohnt ist es. Kaum fährt sie Bahn los, sacken fast gleichzeitig, je nach Tageszeit, 60% der Köpfe nach vorne und es wird im Kollektiv geschlafen. Ich habe es probiert, aber ich bekomme davon schreckliche Nackenschmerzen und kippe um. Ich frage mich noch immer, wie das möglich ist. Muss jahrelange Übung sein… Alle anderen spielen mit dem Handy (35%) oder lesen (5%).

Das Hotel für 16 Euro die Nacht inklusive Frühstück war wider erwarten sowohl sauber, als auch genau so, wie auf der Homepage abgebildet eingerichtet. Mit eigenem Bad, Hightech-Toilette, Flachbildfernseher, 24 Stunden besetzter Rezeption. Wirklich klasse. Es hatte gar nichts von einer Jugendherberge (was ich jetzt bei dem Preis eigentlich erwartet hatte).

Morgens früh auf der Straße ist es wie ausgestorben. Zwischen 8 und 10 Uhr sieht man für eine Metropole mit knapp 2 Millionen Einwohnern erschreckend wenig Leute draußen. Und der Schnee der lag hat zusätzlich die Geräusche gedämpft. Am ersten morgen, neugierig auf die Stadt, sind wir sehr früh losgezogen, um die Stadt in einer Art Koma vorzufinden. Auch die Geschäfte waren geschlossen. Erst am 10 Uhr öffneten sie und ein bisschen mehr Leben kam auf. Wo die Menschen wirklich sind, haben wir erst später rausgefunden. Es stimmt zwar, in Japan geht die Geschäftigkeit erst später los als bei uns, aber weil es oben so kalt ist und so viel Schnee liegt (nicht jedes Stück Bürgersteig ist beheizt, deshalb gibt es zwischendurch immer so Eisschollen auf dem Weg), haben sich die Stadtplaner scheinbar gedacht, dass es klug wäre, die Stadt zu untertunneln. Es gibt in Sapporo eine Stadt unter der Stadt mit Geschäften, Restaurants, Anschluss zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, Ruhebereichen, eben allem was dazu gehört. Und vor allem auch: öffentliche Toiletten. Das trifft nicht nur auf Sapporo zu. Es gibt ÜBERALL öffentliche Toiletten die halbwegs sauber sind und nichts kosten. Man konnte in Sapporo kaum 200 Meter gehen, ohne eine zu finden.

Außerdem sind mir viele Fußfehlstellungen und Frauen mit viel zu großen Schuhen aufgefallen. Ich weiß nicht, ob die zu großen Schuhe ein Modetrend sind, aber gerade bei hochhackigen Schuhen stelle ich mir das schrecklich unbequem und gefährlich vor. Sonst ist mir in Sachen Bekleidung aufgefallen, dass Japanerinnen (trotz Winter) viel, viel mehr Röcke tragen. Und allgemein auch femininer angezogen sind. Ich kam mir in meinen praktischen Funktionssachen vor, wie ein Waldmensch in der Zivilisation.

Außerdem aufgefallen sind am ersten Tag die Konbinis (Convenience Stores), die 24 Stunden offen haben und auch selten weiter als 300 Meter auseinander liegen. Wirklich große Supermärkte, wie hier Real, haben wir nur einmal etwas außerhalb in einem Vorort entdeckt. Auch die Einheimischen haben die Konbinis rege frequentiert und was mir da besonders aufgefallen ist, ist dass es dort nicht sehr viel teurer ist als im großen Supermarkt und es außerdem ein sehr großes Angebot gibt. Vor allem auch an Essen. Und das ist im Vergleich zu Deutschland wirklich günstig. Frisches Essen in Portionsgrößen für eine Hauptmahlzeit abgefüllt in Styroporbehälter wie beim Lieferservice für umgerechnet 3 oder 4 Euro würde man hier nicht bekommen. Mit Reis und Gemüse, Fleisch und Ei. Das ist wirklich eine tolle Sache, gerade wenn man nicht so viel Geld im Urlaub hat oder es mal eilig hat.

So, der Post ist jetzt schon irre lang, den nächsten Schub Eindrücke gibt es mit dem Post zu Japans Mitte – Tokyo! Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche! :)

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5 comments

  1. Das mit den Schuhen ist mir in Tokio auch aufgefallen! Sie sind wirklich häufig zu gross. Ausserdem können viele Frauen gar nicht richtig damit laufen. Hast du den Post zu Tokio noch geschrieben? Ich habe ihn nirgends gesehen und er hätte mich sehr interessiert :). Aber dieser Artikel gefällt mir auch sehr gut!

    1. Ja stimmt, das mit dem Laufen ist auch noch so eine Sache… Wie lange warst du denn in Japan? Und wo? :)
      Bisher habe ich den Post zu Tokio (immer noch nicht) geschrieben, aber ich habe es nach wie vor fest vor! Ich hoffe nach meinem Umzug komme ich eeendlich mal dazu!
      Freut mich, dass er dir gefallen hat. :)

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