Angespielt: Sleeping Dogs (PS3)

Diese Woche bestellt und angespielt habe ich Sleeping Dogs von Square Enix. Die haben auch das relativ bekannte Final Fantasy programmiert. Mit Sleeping Dogs haben sie den neusten und vielleicht auch gefährlichsten Grand Theft Auto Konkurrenten der letzten Zeit auf den Markt gebracht. Ich habe mir das Spiel für die Playstation 3 für ungefähr 50€ zugelegt und habe es in den letzten drei Tagen mal angetestet.

Einführung für komplette Neulinge

Grand Theft Auto (GTA) ist eine Spielereihe, in der man sich in einer programmierten Welt frei bewegen und teilweise auch interagieren kann. Man nennt solche Spiele Open World Games. Es gibt in dieser Welt sogenannte Story-Missionen, die den Haupthandlungsstrang voran treiben, und Nebenmissionen, mit denen man zum Beispiel Geld, Ansehen oder ähnliches bekommen kann. Zu GTA sind immer wieder neue Spiele herausgekommen und alle diese Spiele haben bisher zu verschiedenen Zeiten (80er, 90er,…) an verschiedenen Schauplätzen in Amerika gespielt, zuletzt in einer New York nachempfundenen Stadt. Gespielt wird seit dem dritten GTA-Spiel aus der Third Person Perspektive. Man sieht also das Geschehen und den eigenen Charakter so, als würde man hinter dem Charakter stehen. Da es sowohl bei GTA, als auch bei Sleeping Dogs nicht unbedingt friedlich zugeht, spricht man von Third Person Shootern. Warum erzähle ich so viel von GTA, wo es doch eigentlich um Sleeping Dogs gehen sollte? Naja, GTA ist so etwas wie der Vater der Third Person Open World Shooter. In GTA hat man in der Regel einen Typen gespielt, der aus dem einen oder anderen Grund auf die schiefe Bahn geraten ist, und sich nun an die Spitze der Unterwelt kämpfen will. In Sleeping Dogs ist das etwas anders, doch dazu später mehr. Man muss sich jedenfalls im klaren darüber sein, dass da ganz klar Gewalt im Spiel ist und es auch schon mal blutig wird im Spielverlauf. Wer damit nicht umgehen kann ist bei diesen Spielen nicht richtig aufgehoben. So, nun aber zum eigentlichen Thema!

Hintergrund und Storyline

In Sleeping Dogs spielt man im Gegensatz zu GTA keinen kleinen Gangster auf der schiefen Bahn, sondern den Polizisten Wei Shen, der undercover die Unterwelt infiltrieren soll. Natürlich fängt man dann trotzdem als kleiner Gangster an der sich hocharbeiten muss, um an die Fadenzieher der Unterwelt heran zu kommen, aber es gibt auch immer wieder Fälle, in denen man als Polizist agiert und Drogengeschäfte hochgehen lässt oder sonst wie die Geschäfte der Banden indirekt in die richtige Richtung lenkt.

Das Besondere ist für mich aber, dass das Spiel nicht in Amerika spielt, sondern in China. Genauer in Hongkong. Man soll die Triade Sun On Yee unterlaufen und auffliegen lassen, in einer Zeit, in der interne Konflikte die Triade schwächen. Wei Shen, der Charakter den man spielt, ist in der Gegend in China aufgewachsen und es kommt zu einem persönlichen Konflikt zwischen seiner Polizeiidentität und seiner Sun On Yee-Identität. Er weiß irgendwann nicht mehr, auf welcher Seite er eigentlich steht. Das begeistert mich sehr, denn irgendwann hängt einem dieses klassische Amerika-Thema einfach zum Hals heraus. Es ist langweilig geworden und man erwartet es bei neuen Spielen im Grunde schon, dass sie in Amerika spielen.

Ich war noch nie in China, aber mir kommen die Stadt und die Menschen authentisch umgesetzt vor. Ich war einfach hin und weg von der Stadt! Und von der Sprache! Es ist wie eine virtuelle Erkundungsreise nach China. Die Menschen auf den Straßen sprechen Chinesisch, die Charaktere sprechen zum Teil Englisch, zum Teil Chinesisch, je nachdem wer mit wem redet, aber man kommt durch die Untertitel immer mit. Auch die Radiosender in den Vehikeln (es gibt mehrere) sind auf Chinesisch, inklusive chinesischer Werbung. Das ist schon sehr beeindruckend. Auch die Fahrzeuge, die Architektur und die Art, wie die Leute sich verhalten sind angepasst und ganz anders, als man es aus ähnlichen Spielen mit amerikanischem Hintergrund gewohnt ist. Und bei der Grafik, die Spiele heutzutage haben, fühlt sich das ganze natürlich noch ein ganzes Stück “echter” an.

Ich würde euch gerne etwas davon zeigen, aber den Fernseher abfotografieren ist ja eher problematisch und fremde Bilder möchte ich aus rechtlichen Gründen nicht verwenden, deshalb kann ich euch nur den Trailer *hier* ans Herz legen, um mal einen optischen Eindruck von dem Spiel zu bekommen. Der Trailer zeigt natürlich mehr actionreiche Kampfszenen, als die Kulisse und die Stadt, aber wenigstens vermittelt er einen Eindruck. *Dieser* Trailer ist mit den Schauspielern gedreht worden, die für das Motion Capturing der Spielfiguren Modell gestanden haben. Der Trailer ist sehr gewalttätig, aber ich finde es faszinierend, wie gut das Einfangen der Leute für die virtuellen Charaktere gelungen ist. Oh und es gibt natürlich wie heute üblich auch einen Tages- und Nachtrhythmus und dynamische Wetterverhältnisse.

Gameplay:

Sleeping Dogs ist ein Open World Third Person Shooter. Das gibt einem nach einer einführenden Storymission die Möglichkeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Man kann Autos, Busse, Taxen, Motorräder, Roller und auch Boote fahren. Diese Vehikel habe ich bisher schon gefahren, ob es noch mehr gibt kann ich bisher noch nicht sagen.

Es gibt in der Stadt verschiedene Dinge, die man tun kann. Man kann wenn man sich genug umgesehen hat (das habe ich wirklich gerne gemacht!) entweder die Missionen der Triade Sun On Yee machen, bei denen man ja als kleiner Ganove beigetreten ist, oder man macht Polizeimissionen, oder man erledigt Gefälligkeiten für Zivilpersonen im Spiel, oder aber man sucht die Welt nach Tresoren, Schreinen und Statuen ab.

Die Missionen bei der Triade und bei der Polizei bringen einem Ansehen bei der jeweiligen Partei und treiben die Story voran. Durch Gefälligkeiten kann man ebenfalls Geld und Ansehen verdienen und kommt in der Stadt ein bisschen herum. Eine Gefälligkeit kann zum Beispiel sein eine Lieferung für jemanden zuzustellen oder sich für jemanden im Namen der Triade zu rächen oder in einer brenzlichen Situation zu helfen. Dann gibt es noch verschiedene Arten von Statuen. Die Gesundheitsschreine sind über die ganze Welt verteilt. Wenn man vier von ihnen gefunden hat, erhöht sich die maximale Gesundheit. Statuen wurden von der Marterial Arts Schule gestohlen. Wenn man sie findet und an den rechtmäßigen Besitzer zurückbringt, kann man neue Kampftechniken erlernen. Tresore enthalten, wie der Name vermuten lässt, Geld und teilweise Kleidung oder Wertgegenstände. Vor Tresoren stehen oft Schlägertypen, die man besiegen muss, um an den Tresor heran zu kommen.

Ist die Gesundheitsanzeige im Spiel leer, wacht man übrigens beim Arzt wieder auf und muss die Kosten für die Behandlung tragen, kann aber weiter spielen. Stirbt man während einer Storymission, wird am letzten automatischen Speicherpunkt wieder geladen. Die Speicherpunkte liegen aber glücklicherweise so nah zusammen, dass man nicht viel doppelt spielen muss, sollte man mal sterben.

Ich habe das Spiel bisher nur angespielt, deshalb kann ich nicht sagen, ob es im Verlauf des Spiels so bleibt, aber man kämpft fast nur ohne Waffen. Es macht Sinn, dass bei einem Spiel mit dem Setting die Marterial Arts überwiegen, aber ich bin trotzdem positiv überrascht. Die Steuerung ist präzise und es gibt viele Tritt- und Schlagkombinationen, die zumindest auf der PS3 sehr fein reagieren. Es ist fast so vielseitig wie reine Marterial Arts Kampfspiele, wie zum Beispiel Tekken. Ich hoffe, dass die Marterial Arts Kämpfe auch später im Spiel überwiegen und es nicht zu waffenlastig wird.

Gesamteindruck nach dem Anspielen

Für mich ist Sleeping Dogs von dem was ich bisher zu sehen bekommen habe ein faszinierendes Spiel mit allen Elementen, die ich an Third Person Open World Shootern mag und noch ein bisschen extra obendrauf. Das Kampfsystem gefällt mir extrem gut und das Suchen von Items in der Welt hat endlich mal einen Sinn (mehr Gesundheit, neue Kampftechniken, Geld,… ). Zudem finde ich das ungewöhnliche Setting erfrischend und spannend zugleich. Das Gameplay ist durch die verschiedenen Missionsarten abwechslungsreicher als gewohnt und gefällt mir ebenfalls. Ich freue mich schon auf’s Weiterspielen und werde sicher noch mal etwas zu dem Spiel schreiben, wenn ich es durch gespielt habe.

Habt ihr von diesem Spiel schon mal was gehört? Wäre das etwas für euch?

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3 comments

  1. Ich hab damals das “1h mit” auf G1 gesehen und war recht angetan, obwohl ich diese Art der GTA-Spiele nicht mag. Ich hab hier aber noch ein paar ungespielte Perlen rumliegen (Demons Souls, Arkham City, RDR, La Noire, ….) die ich unbedingt noch nachholen muss.

    1. Es ist wirklich ein tolles Spiel! Ich kann es dir nur empfehlen! Besonders weil man so viel “mit den Händen” kämpft (zumindest bisher) kommt auch nicht so das GTA-Feeling auf. Gut, dass du es sagst. LA Noire liegt bei mir auch noch rum. Das Spiel ist auch toll gemacht, ich habe bisher aber erst zwei, drei Missionen erledigt! Es ist eine Schande, so viele tolle Spiele, so wenig Zeit!

      1. “weil man so viel “mit den Händen” kämpft…” das wirds sein was mich so anspricht! Ich bin nicht so der Shooter-Fan. Krach, Boom, Powww ist da eher mein Ding.
        Hänge aber grade in der Starcraft-Kampagne fest.

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